YOGA IM FUSSBALL

Verletzungsprophylaxe

Leistungssportler sind sehr disziplinierte Menschen. Sie verbringen viele Stunden mit ihrem Sport. Dennoch mangelt es bei ihnen oft an Beweglichkeit. Dies bringt die sportspezifische Anforderung an den Bewegungsapparat mit sich. Bei einseitigen Trainingsbelastungen und antrainierten Bewegungsautomatismen fehlt es oft an Flexibilität der Muskel-Gelenkeinheiten.

In der Folge treten häufig Muskel- (vor allem Hamstring), Sprunggelenks- und Knieverletzungen auf. Sie können die Karriere eines Fußballers von heute auf morgen beenden. Zu viele Spitzensportler kennen das Gefühl, durch solche Verletzungen zurückgeworfen zu werden und während langer Ausfall- und Rehabilitationszeiten Konkurrenten an sich vorbeiziehen zu sehen. Gerade deshalb ist es im Fußball ein großes Ziel, die Verletzungsanfälligkeit zu senken. Dabei hat sich Yoga als sehr vorteilhaft erwiesen. Die Übungen helfen dem Fußballspieler durch stabilisierende Übungen und mehr Beweglichkeit, das Verletzungsrisiko zu reduzieren. So kann Fehlbelastungen oder auch Dysbalancen vorgebeugt werden.

Von Fußballern erwartet man Kraftausdauer, schnelle Wendigkeit, absolute Konzentration, mentale Stärke und auch Gefühlskontrolle. Alles das sind Übungsinhalte des Yogas, die Fußballer durch regelmäßiges Training sinnvoll unterstützen können. Die Atemtechnik – als zentraler Bestandteil des Yogas – erleichtert die Ausdauer bei der Kräftigung und hilft, geschmeidiger in einer Dehnung zu verweilen. Gezielte Atemübungen verbessern die Sauerstoffversorgung des Organismus und somit auch die Leistungsfähigkeit.

Profivereine entdecken die Vorteile des ganzheitlichen Trainings.

Übungen aus dem Yoga kräftigen, mobilisieren und dehnen die Muskulatur – und bieten Fußballern damit einen wichtigen Baustein in der Verletzungsprophylaxe. Inzwischen haben mehrere Vereine die körperlichen und mentalen Übungen in ihr Trainingsprogramm eingebaut.

Immer mehr Profisportler setzen mittlerweile auf die positive Wirkung von Yoga. Auch den Verantwortlichen der deutschen Fußball-Nationalmannschaft ist bewusst, dass Leistungssportler mit mentalen und körperlichen Extremsituationen konfrontiert sind, die sie dank Yoga leichter bewältigen können. Schon in der Vorbereitung auf die Weltmeisterschaft 2006 hatte der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann diese Form der körperlichen Übungen in das Trainingsprogramm der Nationalmannschaft aufgenommen.

Auch bei mehreren europäischen Spitzenmannschaften wird Yoga ins Mannschaftstraining integriert und/oder als individuelle Ergänzung zum Trainingsalltag angeboten.

Durch die Kräftigung, Mobilisation und Dehnung des Muskelapparats werden feine Muskelgruppen angesprochen, die sonst im fußballspezifischen Training keine große Rolle spielen. Sie unterstützen die Stabilität und achsengerechte Ausrichtung der Gelenke, erweitern die Beweglichkeit und fördern ein besseres Körperbewusstsein des Athleten.

Durch Yoga können Spitzensportler einerseits lernen, handlungsorientiertes Denken auch im Misserfolg aufrechtzuerhalten. Andererseits bekommen sie mit Yoga ein perfektes Werkzeug an die Hand, mit dem sie die im Körper angestaute Anspannung nach dem Spiel kompensieren können. So stellt Yoga eine sinnvolle Ergänzung zum Training dar.

Mentale Stabilität

Methoden, mit Misserfolgen und psychischem Stress zurechtzukommen, haben mittlerweile auch im Fußball enorm an Bedeutung gewonnen. Durch die Kombination von An- und Entspannung ist es möglich, den Abbau von Stresshormonen zu forcieren. Darüber hinaus können sowohl Körperbewusstsein und Konzentrationsfähigkeit nachhaltig verbessert werden.

Durch regelmäßige Praxis lernen nicht nur Spitzensportler, ihre Kräfte zu bündeln und zielgerichtet einzusetzen. Auch ambitionierte Amateursportler schätzen die ganzheitliche Wirkung von Yoga und profitieren von erhöhter Leistungsfähigkeit. Darüber hinaus haben wissenschaftliche Untersuchungen erwiesen, dass Yoga in der Lage ist, einen erhöhten Blutdruck zu senken, Nervensystem, Herz- und Pulsschlag zu beruhigen und die Ausschüttung von Stresshormonen zu bremsen.