YOGA FÜR TENNISSPIELER

Den Ball immer einmal öfter ins Feld spielen als der Gegner.

Dafür hält das Rückschlagspiel Tennis unterschiedliche Möglichkeiten bereit. Allerdings verlangen die verschiedenen Techniken wie Vorhand, Rückhand, Volley oder Aufschlag und die daraus resultierenden taktischen Varianten dieser azyklischen Sportart den Spielern einiges ab. Rückschläge, im Sinne von Verletzungen, sind häufig auf wiederkehrende einseitige Belastungen zurück zu führen. Generell besteht bei Leistungssportlern durch große Trainingsumfänge und hohe Wiederholungszahlen in der jeweiligen Disziplin die Gefahr sogenannte Dysbalancen zu entwickeln. Speziell in Sportarten, die sich darüber hinaus durch einseitige Bewegungsmuster auszeichnen muss dieser Gefahr entgegengewirkt werden. So sind beim Tennis beispielsweise die obere Rückenmuskulatur der Schlagarmseite und die untere Rückenmuskulatur der Gegenseite (durch die ständige Rotationsbewegung) besonders stark ausgeprägt. Außerdem ergeben sich durch Sprungbewegungen und permanente Richtungswechsel in höchstem Tempo auf verschiedenen Bodenbelägen weitere physische Herausforderungen. Insgesamt führt diese Konstellation mittelfristig zu vielschichtigen Problemen. Rücken- , Schulter-, Nacken, Hüft-, Knie- bis hin zu Kopfschmerzen sind die Folgen. Allein die technisch anspruchsvolle Aufschlagbewegung, die eine Seitneigung und eine Rotation des Körpers beinhaltet, außerdem eine ausgeprägte Bogenspannung fordert, stellt eine hohe Belastung für verschiedene Abschnitte der Wirbelsäule dar. Durch die Einseitigkeit dieser und anderer tennisspezifischer Bewegungen neigen stärker beanspruchte Muskelgruppen zur Verkürzung und umgekehrt weniger beanspruchte Muskeln zur Abschwächung.

Diese Anforderungen verlangen ein hohes Maß an Beweglichkeit und Stabilität. In diesem Zusammenhang muss die präventive und leistungsfördernde Wirkung des Yogas erwähnt werden. Yoga bietet Übungen die Flexibilität und Stabilität fördern. Verschiedene Übungen – auch Asanas genannt – trainieren verschiedene Regionen des Körpers. Ziel des Yogas ist es rechte und linke Körperhälfte gleichmäßig zu beanspruchen und in Balance zu halten. Die Wirbelsäule steht dabei im Mittelpunkt. Somit entspricht ein Schwerpunkt des Yoga den starken Anforderungen an die Wirbelsäule durch die Sportart Tennis. Eine Mischung aus Dehn-, Kraft- und Rotationsübungen umfassen eine klassische Yogaeinheit.

Auch im mentalen Bereich hat Yoga einiges zu bieten.

Häufig ist zu beobachten, dass sich Trainings- und Wettkampfleistungen – besonders im Tennis – deutlich unterscheiden. Yoga eröffnet Wege um mit psychischem Stress vor, während und nach einem Wettkampf effektiv umzugehen. Dazu gehört auch, die eigenen Gedanken zu kontrollieren, Kräfte zu bündeln und möglichen Ablenkungen zu widerstehen. Auch in Wettkampfsituationen wird durch die Kombination von An- und Entspannung der Abbau von Stresshormonen forciert.

Ein weiterer zentraler Bestandteil des Yogas ist die Atemtechnik. Ähnlich wie bei Wurf- und Stoßdisziplinen generieren Tennisspieler bei jedem Schlag einen zusätzlichen Kraftimpuls durch aktives Ausatmen, das oft wie ein Stöhnen klingt. Im Yoga gibt es eine Atemtechnik (Feueratmung), die genau dieser Anforderung entspricht. Darüber hinaus kann durch eine gezielte Verlangsamung des Ausatmens die Herzfrequenz abgesenkt werden, um die Konzentration beispielsweise beim Aufschlag aufrechtzuerhalten.

Im regenerativen Bereich können durch eine spezielle, passive Form des Yogas tiefere Bindegewebsschichten erreicht werden. Entspannungstechniken, Formen der Meditation und der Tiefenentspannung verhelfen dem Körper neue Kraft und Energie zu schöpfen.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass durch Yoga – als Ergänzung zum Trainingsalltag – in unterschiedlichen Bereichen positive Effekte erzielt werden können. Regelmäßige Yogapraxis wirkt durch stabilisierende und dehnende Übungen leistungssteigernd, als Verletzungsprophylaxe, führt zu einem verbesserten Körpergefühl und zu einer höheren Konzentrationsfähigkeit. Außerdem wird eine Verbesserung der Atemtechnik erreicht und regenerative Prozesse optimiert. Darüber hinaus haben wissenschaftliche Untersuchungen erwiesen, dass Yoga in der Lage ist, einen erhöhten Blutdruck zu senken, Nervensystem, Herz- und Pulsschlag zu beruhigen und die Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin zu bremsen.